Mittwoch, 17. Dezember 2008
Der explosive letzte Abend in Bunderberg
Nach einem anstrengenden letzten Arbeitstag auf einer Zucchinifarm (die verflixten Dinger wachsen an pixiegen Straeuchern am Boden) haben wir uns nichts Boeses ahnend auf einen wiederholten tiefenentspannten Feierabend in der Community gefreut. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Die Entspannungsphase wurde erheblich durch das Hostelmanagement gestoert, das wie von Sinnen die gesamten persoenlichen Gegenstaende von unseren Englaender- Homies Lewis und Rich aus der WG in den Innenhof pfefferte. Ausloeser war eine leere Bierdose im Kuehlschrank. Welch Vergehen?! Im Arbeitslager ist auch fuer 24jaehrige Alkoholkonsum strengstens untersagt, mit dem Ziel bessere Menschen aus den Bewohnern zu machen. Also herrschte Krawall und Remmidemmi. Die Beiden, die seit sage und schreibe 3 Monaten das Hostel mitfinanzieren, sollten die Herberge auf der Stelle verlassen, ohne ihre bereits gezahlte Miete zurueck zu erhalten. Gluecklicherweise waren die Englaender dem durch und durch stupiden Fuehrungstrio rhetorisch haushoch ueberlegen. Um ihr Recht einzufordern, informierten sie die mehr oder weniger kompetenten Dorfsheriffs. Bis zur Ankunft der Polizei hatte sich der Nukleus auf der deutschsprachigen Terrasse zusammengerottet, um sich ueber die unglaubliche Unfaehigkeit der Oberen lustig zu machen. Da Richard auch der deutschen Sprache maechtig ist, konnten wir uns in Anwesenheit des Hausdrachens in unserer -Geheimsprache- unterhalten und ihr feist ins Gesicht lachen. Nicht weiter verwunderlich, dass dies der Alten missfiel und sie in ihrer Verzweiflung pampig zurueck in die sichere Obhut der Rezeption stapfte. Als die Polizei eintraf, setzte sich die hitzige Diskussion fort. Ergebnis der Diskussion: Ein kleiner Sieg fuer die direkten Opfer und ein grosser Sieg fuer die Backpacker. Die Beiden bekamen ihr Geld zurueck, mussten das Hostel aber dennoch verlassen. Glueck im Unglueck! Dieser Umstand fuehrte dazu, dass unsereins den absolut witzigsten Abend des bisherigen Trips hatte. Da wir beide und die frischen englischen Arbeitslosen gemeinsam frei hatten, haben wir uns zum Feiern in der Auffangsstation (anderes Hostel -Cellblock- ehemaliges Gefaengnis) verabredet. Nachdem Tina uns auf ihrer Gitarre Jack-Johnson-like ein paar Songs vortraellerte, waren wir in einer verdammt guten Mood und machten uns zu dritt auf den Weg. Im Cellblock angekommen unterlagen wir zunachst einer voelligen Orientierungslosigkeit, die uns ueberforderte: Wo zum Teufel hingen hier die kreativ bebilderten Schilder mit den DONT'S?! Schliesslich waren wir es nunmehr seit vier Wochen gewohnt stumpf ein unsagbar komplexes Regelwerk zu befolgen, ohne den Verstand gebrauchen zu muessen. Nach einigen Litern Bier und noch mehr Shots gewannen wir unsere Sicherheit in der Welt ohne Ordnung wieder. Erleichterung machte sich breit... Da es hier auch um 23h noch angenehm muckelig ist, lockte das kuehle Nass des Pools und so sprangen wir spontan und jugendlich wie wir nun mal sind, in das chlorige traumhafte Blau, samt unserer Garderobe. Die uebermuetigen Briten stuerzten sich abwechselnd kopfueber in den Pool, bis um 2h morgens einer weinte. Rich dockte frontal mit dem Gesicht am Poolgrund an... Der Abend endete fuer den Angeber im Hospital. Wir trennten uns sternenfoermig: Der eine im Spital, der andere hechtete vom maennlichen Jagdinstinkt getrieben einem Opossum hinterher und wir irrten in unserem Alkoholrausch auf der Suche nach einem Ausgang in den endlosen Gaengen des Hostels umher. Letztendlich erschien uns der einzige Ausweg eine Kletteraktion ueber die ehemalige Gefaengnismauer des Cellblocks zu sein. Tropfnass auf der anderen Mauerseite in Freiheit angekommen, sprangen wir direkt vor einen herbeirauschenden Streifenwagen. So endete der Abend damit, dass wir zum zweiten Mal an diesem Tag mit der australischen Staatsgewalt konfrontiert wurden. Crazy Shit.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
1 Kommentar:
Unglaublich geil geschrieben! Musste sogar in den Keller gehen, um zu lachen! Wahnsinn
Kommentar veröffentlichen