Freitag, 13. März 2009

Die Flucht aus Mar del Plata und Angstzustaende der Extraklasse

Nachdem wir von den Hosteleigentuemern zur Geburstagsparty eingeladen und nach zwei woechigem Aufenthalt zu den Misses Maerz gekuert wurden, war es Zeit dem Badeort "Adieu" zu sagen, um das typische Argentinien in Salta kennen zu lernen. Hier ereilte uns ein krasser Szenenwechsel: Fernab von der Kueste hat man im Landesinneren das aermlichere, dreckigere aber atmosphaerische Suedamerika vor Augen.
Neben dem Sightseeing setzten wir Pferdefeinde uns in den Kopf einen Ausritt zu absolvieren. Die Umsetztung folgte auf dem Fusse und das Erlebte muss hier zu Zwecken der psychischen Verarbeitung niedergeschrieben werden. Zitternd wie Espenlaub haben wir uns nach der Buchung in den Schlaf geredet und inbruenstig gehofft, dass es kein Morgen gaebe. Vom Wecker gnadenlos aus dem Schlaf gerissen, realisierten wir nicht wenig panisch, dass die lezten 90 Minuten bis zum Reitausflug angebrochen waren. Der Magen krampfte sich zusammen, an Essen war nicht zu denken. Wer zum Teufel war nur auf diese dusselige Idee gekommen?! Um Punkt 10 Uhr war Zahltag. Die Hosteltuer wurde aufgerissen und herein stapfte ein Hill Billy, der seine europaeischen Touriopfer im Nu erpaehte. Wir versanken in den Sofakissen, aber die Falle war bereits zugeschnappt. Der "Bauer sucht Frau" - Verschnitt setzte uns in seinen 40-jaehrigen Pick-Up, der den deutschen TUEV niemals ueberstanden haette. Die Tueren fielen ins Schloss und ab ging die lustige Reise in die Wildnis. Kaum auf der Finca "Nazareth" angekommen, wurden wir auch schon auf die Gaeuler gehievt. Unser Gaucho war ein feminines Kind, das unsere Aengste nicht minderte sondern enorm verstaerkte. Die meiste Zeit des Ritts war die gute Romina irgendwo im Dickicht verschwunden und ueberliess uns unserem Schicksal. ¡Puta Madre! Die Strecke entsprach keineswegs unseren infantilen Suederhofvorstellungen. Wir Nixkoenner quaelten unsere Roesser die steilen, rutschigen Dschungelhaenge rauf und runter. Die wunderschoene Landschaft konnten wir erst im Nachhinein auf den Fotos bewundern.
Jetzt kehren wir in die Metroploe Buenos Aires zurueck.
Greetings from da heart, M&J!




Dienstag, 3. März 2009

Wir koennen uns nicht beklagen...



















Gerade wohnen wir in einem erst vor kurzem eroeffneten Hostel, dass von einem Franzosen und einem Argentinier betrieben wird. Man hat hier nicht das Gefuehl in einem Hostel zu wohnen, sondern eher bei den Beiden zu Hause... "Im Wohnzimmer" der 24-jaehrigen Dauerchiller wird Playstation gespielt und in der Kueche glotzt man beim Essen auf einen ueberdimensional groossen Arsch eines Surfergirls.
Die Tage verbringen wir momentan am Strand oder auf dem Wasser. Aufgrund der Hochsaison kaempft man mit den argentinischen Familien um ein klitzekleines Quadrat, auf das man sein Handtuch legen kann. Nach dem morgendlichen Wasserfruehsport ist an eine Siesta nur schwer zu denken, weil Marktschreier die Churros verkaufen sich ihren Weg durch die Massen bahnen. Oder einem der Schatten eines Strandschirms einer fremden argentinischen Familie auf das Gesicht faellt, die die deutsche Individualdistanz unterschreitet. In solchen Momenten waere ein Strandkorb mit einem selbstgemauerten Sandwall eine "Erloesung". Bis gestern waren wir nur in einer ohrenbetaeubend lauten 5er Maedels-Kombo unterwegs, die aus uns, 2 Daeninnen und einer Islaenderin bestand. Eines Morgens riss einem italienischen Mitbewohner der Geduldsfaden und er wagte es unsere allmorgendliche -klangvolle- Fruehstueckszeremonie zu stoeren. O-Ton: "It´s always the same when there are more than two girls. Your voices are all over the place. ¡Porca Miséria!" Inzwischen ist er heilfroh, dass seine Gebete zur heiligen Mutter Maria erhoert wurden und sich unser Weiberhaufen voruebergehend aufgeloest hat.
Muchos Saludos M&J!

...eine Zusatzinfo fuer die sicherheitsfanatischen Vaeter: Die einzige reale Bedrohung ist das Verkehrsverhalten der Argentinier. Ein freundlicher Landsmann hat uns die 2 folgenden Regeln offenbart. 1.) Das Auto rollt immer! 2.) Die Autofahrer haben keine Skrupel Passanten ernsthaft zu verletzen. Selbst die Suedamerikaner ziehen es vor, sich vor dem Ueberqueren der riesigen Strassen zu bekreuzigen, dann heisst es ¡Good Luck! Durch unsere Adaption an den Linksverkehr sind wir doppelt gefaehrdet... Aber wir passen aufeinander auf!!!